Rundbrief  

Liebe Spenderinnen und Spender,
das Jahr 2011 ist zu Ende und wir möchten kurz über die letzten Ereignisse in Guatemala des vergangenen Jahres berichten. 

Die Stichwahl um das Präsidentenamt gewann der Ex-General Otto Pérez Molina, Kandidat der rechten „Patriotischen Partei“. Menschenrechtsorganisationen befürchten nun eine Militarisierung der Gesellschaft wie im mexikanischen Krieg gegen die Drogenkartelle. Medienberichten zufolge gaben Otto Pérez Molina und sein Rivale Manuel Baldizón zweistellige Millionenbeträge für ihren Wahlkampf aus – und das in einem Land, in dem jeder siebte Einwohner von weniger als einem Dollar pro Tag leben muss. Nach offiziellen Angaben lag die Beteiligung beim zweiten Wahlgang bei nur 58,4 Prozent (Angaben aus der taz und dem Tagesspiegel vom 7.11.2011).

Von unserem Partnerverein CasaSito gibt es trotz politischer Schieflage sehr Gutes zu berichten. Anfang Dezember 2011 fand wieder das Kunstfestival der geförderten Einrichtungen statt. Ein voller Erfolg, wie die Fotos zeigen und wie Alice Lee berichtet. Kinder wie Erwachsene hatten ihre Freude daran. 

Im CasaSito-Verein liefen gerade die Anmeldungen der Stipendiaten für 2012. Gerade werden die Einschreibungen beendet sein. Einzig fehlen noch Gelder für ca. 100 Schulranzen für die neuen SchülerInnen und für insgesamt 150 USB-Sticks (die Technik macht auch vor Guatemalas Schulen und Unis keinen Halt). 

Der Radiosender Mujb‘Ab‘l Yol hat am 4. Oktober seinen 14. Geburtstag gefeiert. Mujb‘Ab‘l Yol wurde im Oktober 1998, zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens und somit dem offiziellen Ende des 36 Jahre andauernden Bürgerkriegs, gegründet. Seitdem kämpft die Organisation zum einen für eine möglichst weite politische und soziale Aufklärung im Hochland Guatemalas und zum anderen für die Legalisierung der kommunalen Radiosender als wichtige - und oft einzige - Informationsquelle in den ländlichen Gegenden. 

Von hier aus möchten wir Alberto Recinos (Tino) und seinem Team herzlich gratulieren und weiter viel Erfolg wünschen!  

Der andauernde heftige Regen in Guatemala hat wieder Zerstörungen in vielen Distrikten angerichtet. In San Mateo sind sechs Familien besonders betroffen, deren Hütten aus Lehmziegeln oder Wellblech bestehen und dem Regen nur noch notdürftig standhalten. Deshalb stehen jetzt Reparaturarbeiten an.

Eine erfreuliche Nachricht gibt es von Alex Alberto, dem kleinen dreijährigen Jungen aus dem Projekt Semilla de Esperanza y Amor, der vermutlich einen Hirnschlag während der Geburt erlitt. Wir berichteten im letzten Rundbrief. Er ist jetzt den ganzen Tag im SEA. Er fühlt sich dort wohl und kann schon fast alleine laufen. Doña Sandra, seine Mutter, geht mit ihm weiter zur Sprach- und Physiotherapie in das Hospital Nacional in San Felipe und Alex hat inzwischen auch zugenommen. 

Doch auch Schmerzhaftes hat sich ereignet. Erschüttert hat uns alle der Tod eines Kindes aus dem SEA. Es gab einige schwere Krankheiten, und immer wieder bestürzt uns die familiäre Gewalt. 

Zum Abschluss präsentieren wir Ihnen einen kurzen Jahresrückblick des Projekts SEA mit Worten von Lys Flores, der Direktorin, und wollen Ihnen damit zeigen, dass es sich trotz der Rückschläge lohnt weiter zu helfen, zu hoffen und zu träumen:  

„Es war ein erfolgreiches und erfreuliches Jahr. Die Kinder haben ein neues Projekthaus, wir fördern viele Kinder und Jugendliche, können ihnen täglich eine Mahlzeit bieten und unterstützen die Familien– das ist ein Segen und so wertvoll.
 
Ich wache morgens auf mit großer Dankbarkeit, aber auch mit großer Sorge über viel, viel Arbeit und viele unerfüllte Aufgaben. Was mich trotzdem immer weitermachen lässt? Das ist die Hoffnung. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft für die Kinder und die Familien. Und – das Wissen um die zahlreichen Unterstützer des Projekts, die Spender und die freiwilligen Helfer vor Ort. Vielen Dank. 

Ja, Bildung wird verändern, das glaube ich ganz fest. Ich wünsche mir eine bessere Zusammenarbeit mit der Dorfschule in San Mateo. Aber mein eigentlicher Traum ist: 
SEA als selbständige Schule!“

Wir wünschen ein frohes und gesundes neues Jahr und für die 2011 geleistete Hilfe und den Zuspruch möchten wir uns von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken.
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